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Fossilien 6/2006
Schwerpunkte:
  • Jahrhundertfundstelle im Jura
  • Gastropoden bestimmen
  • Mutterstein und Hühnergott
  • Leben im Bernsteinwald
  • Tötungsdelikt vor Aufklärung
Ein Prachtexemplar: Pleurotomaria armata (v. Münster) aus dem Parkinsonien-Oolith der ICE-TRasse bei Greding. Höhe 122 mm, Durchm. 116 mm.
Volker Dietze et al.
Jahrhundertfundstelle ICE-Trasse

Seit 1999 stellte die Gegend um Greding/Kinding (Südliche Fränkische Alb) für einige Jahre ein Eldorado für Fossiliensammler dar. Ammoniten, Schnecken, Muscheln, Belemniten und weitere Fossilien aus dem Mittleren oder Braunen Jura konnten in solch einer Qualität und Quantität gesammelt und präpariert werden, wie man sie bis dato nur aus dem zwischenzeitlich klassischen Steinbruch „Sengenthal“ südlich von Neumarkt/Oberpfalz kannte. Grund hierfür war der Bau der ICE-Trasse München-Nürnberg. An zwei Stellen in der Nähe von Greding an der Autobahn Nürnberg-München wurden bei Tunnelarbeiten Schichten des Bajociums und Bathoniums großräumig angeschnitten. Der Abraum aus den Tunneln wurde auf riesigen Halden zwischengelagert, die den zahlreichen Sammlern die Möglichkeit boten, oft kubikmetergroße Gesteinspakete durchzuklopfen. Im Laufe der Jahre wanderten dabei sicherlich weit mehr als hunderttausend Fossilien von dieser Fundstelle in die Sammlungen zahlreicher Fossilienliebhaber. Inzwischen sind die Bauarbeiten abgeschlossen. Weitere Funde sind nicht zu erwarten. Trotzdem ist eine Beschreibung der Funde, die in diesem Beitrag erfolgt, nicht nur interessant, sondern auch für Sammler gewinnbringend: Den zahlreichen Sammlern, die vor Ort waren, wird die Möglichkeit gegeben, ihre Funde besser zu bestimmen und stratigrafisch zutreffend einzuordnen, auf Börsen ist mit besserem Hintergrundwissen eine qualifiziertere Auswahl beim Kauf von Fossilien dieser Fundstelle möglich.


"Mutterstein", Brachiopode der Art Stringocephalus burtini, Devon, Rheinisches Schiefergebirge, Breite 7 cm.
Peter Wagenplast
Kein Mangel an Fantasie: Fossildeutungen aus alter Zeit

Versteinerungen haben wegen ihrer ungewöhnlichen Form schon immer die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich gezogen. Im Altertum und Mittelalter war die Herkunft dieser Versteinerungen nicht erklärbar, weil es sich meist um Reste von Tieren handelte, die in subtropischen Meeren lebten und längst ausgestorben waren. In Ermangelung rationaler Erklärungen wurden mythische Deutungen gesucht, die oft mit dem religiösen Weltbild der Bevölkerung im Einklang standen. Durch solche Interpretationen erhielten die Fossilien eine magische Wirkung, sei es als Heilmittel, religiöses Symbol, Amulett oder Abwehrzauber. Einige dieser Fossilien und ihre mittelalterlichen Deutungsversuche werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.


Trauermücke in mexikanischem Bernstein.
((Beitrag Solorzano))

Monica M. Solorzano Kraemer & Jes Rust
Der Mexikanische Bernstein und seine Einschlüsse

Bernstein hat die Fantasie und Kreativität der Menschen seit alters her angeregt. Mythen und Legenden ranken sich um seinen Ursprung. Dies gilt auch für den Mexikanischen Bernstein, der neben dem Baltischen und Dominikanischen Bernstein zu den bedeutendsten tertiären Vorkommen fossiler Harze gehört. Aufgrund seines Inklusenreichtums und seiner hervorragenden Erhaltung gilt er als eine der wichtigsten Fossillagerstätten Zentral- und Südamerikas.


weitere Inhalte:
Günter Schweigert et al.
Die Laus im Pelz: Ein Ammonit mit Parasitenbefall

Wilfried Rosendahl
Johann Christian Rosenmüller (1771-1820): Vater des Höhlenbären

Gerhard Hägele
Die Systematik fossiler Gastropoden

Michael Frunke
Leben und Sterben im Bernsteinwald

Adolf Seilacher
Tötungsdelikt vor Aufklärung

Karlheinz Krause
Zweiklappig überliefert: Fossile Muscheln aus dem Astium Italiens

Jens Lehmann
Fossilien und Lügensteine vom Jokhang-Markt in Lhasa


Bücher

Rosendahl, W. et al (Hrsg) (2006)
Wanderungen in die Erdgeschichte, Band 18: Schwäbische Alb. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München. 160 S. 227 Farbabb., 1 farb. geol. Übersichtskarte. 1 strat. Tabelle. 24 x 17 cm. Paperback, ISBN 3-89937-065-1, € 22,- 

Gall, Jean Claude
Alsace, des fossiles et des Hommes. Une histoire géologique de la plaine rhénane et du massif vosgien. Verlag La Nuée Bleue, Strasbourg. 120 S. m. zahlr. Abb., Format 22,7 x 26,7 cm, Leinen, € 30,-.



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 G. Kühl, C. Bartels, D. Briggs & J. Rust 
Fossilien im Hunsrückschiefer:
Einzigartige Funde aus einer einzigartigen Region

Der devonische, ca. 400 Mio. Jahre alte Hunsrückschiefer gehört zu den weltweit herausragenden Fossillagerstätten. Erstmals werden hier in Form eines Text-Bild-Bandes diese erdgeschichtlichen Kleinode zusammenfassend vorgestellt, beschrieben und mit brillianten Fotos dokumentiert.

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