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Aktuell
Editorial
Liebe Leser,

Mit dem zweiten Heft des Jahres 2009 übernehmen wir von Werner Karl Weidert die Redaktion von FoSSILIEN. Wir freuen uns, dass er ,seiner’ Zeitschrift weiterhin mit Rat und Tat verbunden bleibt, und wir möchten uns für das Vertrauen bedanken, das der Verlag und Sie als Leser in uns setzen. In diesem Sinne möchten wir Sie dazu einladen, sich mit eigenen Beiträgen, Kommentaren oder Anregungen aktiv an der Zeitschrift zu beteiligen. Wenn Sie dazu etwas Hilfestellung benötigen sollten, so können Sie sich jederzeit an uns wenden. Eine Möglichkeit, uns persönlich kennenzulernen, gibt es übrigens auf der nächsten Petrefakta am 28./29. März, zu der wir herzlich einladen. Kommen Sie einfach zum Stand des Naturkundemuseums Stuttgart und fragen Sie nach uns!

Ein herzliches Glückauf!

Michael Maisch & Günter Schweigert

 

Fossilien 2/2009 (erscheint bis zum 15.03.09)
Schwerpunkte:
  • Pflanzenfossilien im Tagbau Garzweiler
  • Sammeln in den Cevennen
  • Phylloceraten
  • Sammeln in Südfrankreich
  • Trias-Ammoniten aus den Hallstätter Kalken
Blatt von Carpinus grandis Unger.
Ulrich Lieven & Renate Niederehe
Oberpliozäne Makroflora aus dem Tagebau Garzweiler
In der Niederrheinischen Bucht liegt zwischen den Städten Aachen, Bonn, Köln und Mönchengladbach die größte Braunkohlenlagerstätte Europas. Ihre Ausläufer reichen bis fast zur Maas. Das Gesamtvorkommen wird auf mehr als 50 Milliarden Tonnen Braunkohle geschätzt. Die Braunkohle ist im Tertiär aus dem Pflanzenmaterial großer Sümpfe und Moore entstanden (Hager 1981). In den drei Großtagebauen Garzweiler, Hambach und Inden fördert ide RWE Power AG jährlich 100 Mio. Tonnen Braunkohle. In den Zwischenmitteln der Braunkohlenflöze und im überlagnernden Deckgebirge werden tierische Fossilien und Spurenfossilien nur selten, Pflanzenfossilien hingegen recht häufig gefunden. Neben Sammlungsmaterial für wissenschaftliche Bearbeitungen gelangen seit Jahrzehnten immer wieder repräsentative Stücke dieser fossilien Floren in Privatsammlungen.


Glattschaliges Phyllopachyceras cf. baborense (Coquand) mit geschlossenem Nabel aus dem Unter-Alb von Ambatalolafia, Madagskar.
Helmut Keupp
Ammoniten, die man kennen muss: Phylloceraten
Die Formenvielfalt der Jura- und Kreide-Ammoniten ordnete Lehmann (1990) vier systematischen Großgruppen zu, nämlich den Ordnungen Phylloceratida, Lytoceratida, Ancyloceratida und Ammonitida. Aus seiner treffenden Charakterisierung der formenreichsten dieser Gruppen, der Ammonitida:„Sie bilden den nach Abzug der leichter ansprechbaren übrigen Ordnungen verbleibenden Rest“, wird deutlich, wie unpräzise meist die zugrundeliegenden Definitionen sind. Daher ist nicht verwunderlich, dass der systematische Rang einzelner Gruppen und ihr zugehöriger Umfang an Formen ein ständiger Zankapfel der Wissenschaftler ist. Für den Sammler dürfte es daher nützlich sein, den heutigen Kenntnisstand über einheitliche, das heißt biologisch verwandte, auf eine Entwicklungslinie zurückführbare Gruppierungen zusammenzustellen. Nachdem in Heft 4/2008 die Charakteristika der Lytoceraten dargestellt wurden, die innerhalb der Ammonitina eine seit dem Unter-Lias eigenständige Entwicklungsreihe repräsentieren, sollen hier die ebenfalls „leichter“ ansprechbaren Phylloceraten charakterisiert werden.


Attraktives Handstück aus Brilon mit Thamnopora sp.
Frank Wenzel
Bleiwäsche: eine aktuelle Devon-Fundstelle
Der Ort Bleiwäsche wurde im 16. Jahrhundert aufgrund der dort vorkommenden und bergmännisch gewonnenen Bleierze gegründet. In und um die Ortschaft herum gab es einige Gruben, und das gewonnene Erz wurde im Ort „gewaschen“, daher der Ortsname. Die Bergbauspuren lassen sich oberhalb
des neu angelegten Steinbruchs im Waldgelände in Form von Pingen und Halden leicht lokalisieren. Bleiglanz (Galenit) wurde in den dortigen Karstspalten
des Massenkalkes abgebaut. Heute zieht es immer wieder Mineraliensammler in den im Düstertal liegenden Steinbruch "Bleiwäsche" der SHI (Sauerländische Hartsteinindustrie). Aber die in diesem Steinbruch anstehenden devonischen Riffkalke bieten neuerdings infolge der Ausweitung des Abbaus auch für den Fossiliensammler gute Fundmöglichkeiten.
weitere Inhalte:
  • Günter Schweigert
    Fossilien Sammeln am Südrand der Cevennen
  • Hartmut Huhle
    Ein weit gereistes Fossil: Geschiebekoralle aus Skandinavien
  • Oskar Irnstorfer
    Trias-Ammoniten aus den Hallstätter Kalken, Teil 8
  • Hartwig K. Neuwald
    Lebensraum Wurzelmantel: Details aus permokarbonischen Tropenwäldern
  • Jens Lehmann
    "Beach rock" Seeigel: Fossilien aus dem Urlaubsparadies.

Buchbesprechungen

Schreiner, A. (2008):
Hegau und westlicher Bodensee.
3. Aufl . Sammlung Geologischer Führer 62. X + 90 S. 22 Abb., 1 Tab, Paperback, ISBN 978-3-443-15083-9, € 19,80. Borntraeger, Berlin & Stuttgart.

Rothe, P. (2008):
Kanarische Inseln. Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Tenerife, Gomera, La Palma, Hierro.
3. Aufl . Sammlung Geologischer Führer, 81: XVI + 338 S., 100 Abb., 13 Tab., Paperback, ISBN 978-3-443-15081-5, € 29,80. Borntraeger, Berlin & Stuttgart.

Haines, Tim & Paul Chambers (2007):
Dinosaurier. Giganten der Urwelt.
216 S., ca. 350 farb. Abb. geb. m. Schutzumschlag, ISBN 978-3-440-10961-8, € 24,90. Kosmos-Verlag, Stuttgart



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Heft 1/2012

Zeitschrift für Hobbypaläontologen

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Tipp der Woche

 

 G. Kühl, C. Bartels, D. Briggs & J. Rust 
Fossilien im Hunsrückschiefer:
Einzigartige Funde aus einer einzigartigen Region

Der devonische, ca. 400 Mio. Jahre alte Hunsrückschiefer gehört zu den weltweit herausragenden Fossillagerstätten. Erstmals werden hier in Form eines Text-Bild-Bandes diese erdgeschichtlichen Kleinode zusammenfassend vorgestellt, beschrieben und mit brillianten Fotos dokumentiert.

120 S., 133 großformatige Fotos u. 9 Zeichnungen., Schutzumschlag, fadengeheftet, geb.

Preis 24,95
Best.-Nr.: 494-01483

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