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Neandertaler betrat England 40.000 Jahre früher
Archäologen der Universitäten Southampton und Oxford haben herausgefunden, dass Neandertaler bereits zu Beginn der letzten Eiszeit in England lebten, also 40.000 Jahre früher als bislang angenommen. Bei Ausgrabungen an einer Autobahnkreuzung in Dartford in der Grafschaft Kent wurden zwei Faustkeile gefunden. Untersuchungen des Sediments zufolge, aus denen sie geborgen wurden, datierten sie auf ein Alter von 1.000.000 Jahren. Neandertaler hatten zu dieser Zeit auch in Nordfrankreich gesiedelt. Nach der neuen Erkenntnis muss sich der Meeresspiegel soweit abgesenkt haben, dass eine Landverbindung über dem englischen Kanal entstand, auf der die Neandertaler trockenen Fußes nach England gelangen konnten. Frühe Prae-Neandertaler hatten England bereits vor der vorletzten Eiszeit besiedelt, wurden aber durch das Vordringen der Eismassen vor etwa 200.000 Jahren nach Süden abgedrängt. Als das Klima sich vor 130.000 bis 110.000 Jahren wieder erwärmte, war ihnen zunächst die Rückkehr verwehrt, da der Meeresspiegel im Kanal stark angestiegen war und den Landweg versperrte – so wie es auch heute wieder der Fall ist.

 

Fossilien 6/2010 wird zum 15.11.2010 ausgeliefert
Schwerpunkte:
  • Fossile Hölzer von der Frankenalb
  • Gehörsteine
  • Sammeltipps für Fossilienjäger
  • Einsame Koralle
  • Skelettnadeln von Kieselschwämmen
Aus dem Bachbett geborgen: Sunrisites hadroptychum Wähner, Durchm. 20 cm.
Kurt Kment:
Sammeltipps für Fossilienjäger
Ob man es wohl planen kann, ein richtiger Fossilienjäger zu werden? Natürlich gehört zunächst eine gehörige Portion Enthusiasmus dazu. Ohne diese geht es nicht. Man gibt sonst viel zu schnell auf, gerade dann, wenn es interessant, aber vielleicht auch etwas anstrengend wird. Deswegen liefert der Beitrag eswegen ein paar Tipps aus dem Erfahrungsschatz des Autors zu Ausrüstung, "Aufspüren" von Fossilienfundstellen und sachgemäßer Bergung der Stücke.




Pinulhexactin, bei dem ein Arm verdickt und mit Stacheln besetzt ist. Zugehöriger Schwamm unbekannt.
Ulf Thewalt & Gerda Dörfner:
Skelettnadeln von Kieselschwämmen aus dem Weißen Jura
Tatsächlich gibt es Fossilien, die in so großer Menge vorkommen, dass jeder Interessierte nahezu beliebig viele davon finden und präparieren kann. Hier handelt es sich um kieselig erhaltene Nadeln von Kieselschwämmen aus dem oberen Weißen Jura der Schwäbischen Alb. Einst bestanden die Skelettelemente aus Opal, jetzt hingegen aus feinkristallinem Quarz. Aus dem einbettenden Kalk oder Mergel lassen sie sich mit Säuren leicht herauspräparieren. Die Skelettreste weisen eine unglaublich reiche Formenmannigfaltigkeit auf. Im Artikel werden Beispiele von Kieselnadeln aus der Umgebung von Gerstetten vorgestellt.



Fossile Laubhölzer von Prielhof (links) und Ochsenfeld (rechts).
Ludwig K. Lang:
Fossile Hölzer von der Südlichen Frankenalb
Südlich von Altmühl und Donau werden alljährlich bei der Feldarbeit versteinerte Hölzer zu Hunderten herausgepflügt. Zusammen mit anderen maschinell erfassten Geröllen landet ein Großteil dieser Hölzer anschließend als Auffüllmaterial in Fahrrinnen unbefestigter Feldwege, oder sie werden an nahe gelegenen Waldrändern zu Lesesteinhaufen aufgeschüttet. Fossile Hölzer sind jedoch ein wertvolles erdgeschichtliches Archiv, denn bei der Erforschung vergangener Zeiten sind Pfl anzenreste generell wichtige Bioindikatoren. Sammler sollten sich deshalb dieser Funde annehmen, denn die wenigen Fachwissenschaftler auf diesem Gebiet können es zeitlich gar nicht leisten, systematische Fundstellenbegehungen und Fundbergungen durchzuführen. Der Beitrag stellt Fundstellen und Funde vor.


weitere Inhalte:
  • Günter Schweigert, Thomas Balle & Hans Miksche
    Einsame Koralle
  • Jens Lehmann
    Paläontologie aktuell: Statolithen: Kleine Fossilien ganz groß
  • Sandra I. Kaiser
    Museumsporträt: Das Goldfuß-Museum in Bonn
  • Günter Schweigert
    Der Wormstone von den Cliffs of Moher


Buchbesprechungen

Klostermann, J. (2009):
Das Klima im Eiszeitalter.
2., völlig neubearbeitete Auflage. XII + 260 S., 98 Abb., 7 Tab., 21 x 15 cm, broschiert, ISBN 978-3-510-65248-8, € 29,90. Schweizerbarth, Stuttgart.

Frahm, J.-P. (2010):
Die Laubmoosflora des Baltischen Bernsteinwaldes.
101 S., 162 Abb., Paperback, ISBN 978-3-936055-59-7, € 19,50 zzgl. Versandkosten. Weissdorn-Verlag, Jena. 

Rudolph, F., W. Bilz & D. Pittermann (2010):
Fossilien an Nord- und Ostsee: Finden und Bestimmen.
284 S., 836 Farb-Abb., 11 Tabellen, 1 Ktn.-Skizze, broschiert. ISBN: 978-3-494-01490-6; 16,95 €. Quelle & Meyer-Verlag, Wiebelsheim.



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Heft 2/2012

Zeitschrift für Hobbypaläontologen


 
Tipp der Woche

 

 G. Kühl, C. Bartels, D. Briggs & J. Rust 
Fossilien im Hunsrückschiefer:
Einzigartige Funde aus einer einzigartigen Region

Der devonische, ca. 400 Mio. Jahre alte Hunsrückschiefer gehört zu den weltweit herausragenden Fossillagerstätten. Erstmals werden hier in Form eines Text-Bild-Bandes diese erdgeschichtlichen Kleinode zusammenfassend vorgestellt, beschrieben und mit brillianten Fotos dokumentiert.

120 S., 133 großformatige Fotos u. 9 Zeichnungen., Schutzumschlag, fadengeheftet, geb.

Preis 24,95
Best.-Nr.: 494-01483

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