FOSSILIEN 4/2008

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Schwerpunkte des Hefts
  • Die ersten großen Wälder
  • Lytoceraten
  • Südfrankreich: Haute Provence und Grands Causses
  • Spuren(fossilien) lesen
  • Sammeln in Tirol

Neuropteris (Imparipteris) heterophylla Brongniart, Wedelspitze, Länge 11 cm.

Neuropteris (Imparipteris) heterophylla Brongniart, Wedelspitze, Länge 11 cm.

Rolf Gossmann & Hans J. Jungheim:
Landpflanzen im Verlauf der Erdgeschichte, Teil 5: Die ersten großen Wälder 1

Seit 1822 gilt das Karbon offiziell als erdgeschichtliches System des jüngeren Paläozoikums. Seinen Namen verdankt es den weltweit vorkommenden Steinkohlenablagerungen im Oberkarbon. In den Ablagerungen des Unteren Karbons herrschen klastische Gesteine, so genannte Klastite, und Kalksteine vor. Das Karbon (358 bis 296 Millionen Jahre), eine der wichtigsten Perioden der Erdgeschichte, umfasst einen Zeitraum von mehr als sechzig Millionen Jahren. In keinem anderen geologischen System tritt die Vielfalt und Masse fossiler Pflanzen deutlicher hervor als in der so genannten Steinkohlenzeit, und es entstehen die ersten Wälder.


Der mit 55 mm Durchmesser größte dieser vier Amaltheen ist ein Amaltheus cf. gibbosus (Schlotheim, 1820).

Der mit 55 mm Durchmesser größte dieser vier Amaltheen ist ein Amaltheus cf. gibbosus (Schlotheim, 1820).

Sönke Simonsen:
Amaltheen aus der Causse du Larzac

Kleinste Fundstellen können beste Funde liefern. Diese schöne Erfahrung konnte ich bei meinem ersten Besuch in der Causse du Larzac im Süden Frankreichs einmal mehr machen. Es war 2003 in der Zeit um Ostern (Mitte April), die Schneeschmelze lag noch nicht allzu lange zurück. Dennoch sah ich an allen durch Richter und Moosleitner beschriebenen Fundstellen, die ich aufsuchte, Fußspuren von Sammlern. Es waren fast überall nur kleinere Fossilien zu finden. Stücke aus den Naturaufschlüssen der Causses, die mehr als 5 Zentimeter erreichen, sind heutzutage ohnehin selten geworden. Doch das muss keinen engagierten Sammler abschrecken. Mit einer gesunden Mischung aus Glück und Eigeninitiative kann man noch immer sehr erfolgreich sein.


Eryma modestiforme, möglicher Erzeuger von Tripartichnus imbergi aus den Solnhofener Plattenkalken.

Eryma modestiforme, möglicher Erzeuger von Tripartichnus imbergi aus den Solnhofener Plattenkalken.

Lothar H. Vallon & Martin Röper:
Spuren lesen: Vom Abdruck zum Erzeuger

Spurenfossilien sind in manchen Sedimenten oft der einzige Beweis für ehemaliges Leben. Da es sich dabei um Sedimentstrukturen und nicht um Körperteile handelt, haben sie ein höheres Erhaltungspotenzial als Körperfossilien. Im Gegensatz zu diesen können Spurenfossilien nicht transportiert werden, was sie zu sehr wertvollen Indizien für die paläoökologische Rekonstruktion von Lebensräumen macht. Leider ist es oft nicht möglich, die Erzeuger der Spuren zu benennen. Die im Folgenden vorgestellte, kürzlich erst beschriebene, neue Spurenfossilgattung kann jedoch auf Grund ihrer äußeren Form mit hoher Wahrscheinlichkeit möglichen Erzeugern zugeordnet werden.

Weitere Inhalte
  • Gero Moosleitner: Aufsammeln erlaubt – Graben verboten: Das Cenomanium im Raum Comps-sur-Artuby/Bargème
  • Victor Schlampp: Neufund von Spaerodomites ebeli Schweigert aus Böttingen
  • Jens Lehmann: Neue Erkenntnisse zum „Verräterischen Aufwuchs“ in FOSSILIEN 2/2008
  • Mirco Alberti & Peter Müller: Burmeisterella vixarmata Wenndorf 1990: Eine Rekonstruktion
  • Martin Strasser: Fossilien sammeln in Tirol: Ampelsbach-Schlucht
  • René Hoffmann & Helmut Keupp: Ammoniten, die man kennen muss: Lytoceraten
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