Schwerpunkte des Hefts
Messel-Fische als Bioindikatoren (1): Generelle Aspekte
Norbert Micklich
Stumm wie ein Fisch. Das ist eine bekannte Redensart, selbst wenn man weiß, dass einige heutige Arten durchaus in der Lage sind, Laute zu erzeugen. Fossile Fische können dies natürlich nicht. Als zumindest zeitweise Bewohner ihres ehemaligen Lebensraums stellen sie uns dennoch ein ganzes Spektrum von Werkzeugen zu dessen Rekonstruktion zur Verfügung.
Wie alles anders wurde – die große Sauerstoff-Katastrophe
Bettina Schenk
Globale Eiszeiten, Meteoriteneinschläge, Vulkanausbrüche sind nichts im Vergleich zum prägendsten und dramatischsten Ereignis unseres Planeten. Diese extreme Veränderung ging relativ langsam vonstatten und hatte anfangs noch keine spürbaren Auswirkungen. Diese wurden erst im Laufe der Zeit sichtbar: extremes Artensterben, eine globale Veränderung der Chemie des Meerwassers, eine massive Veränderung der Atmosphäre mit massiver Verwitterung und eine drastische Klimaänderung. Alles ausgelöst durch ein Gas, das sich im Ozean und schließlich in der Atmosphäre anreicherte: Sauerstoff.
Die Sõrve-Halbinsel (Saaremaa, Estland) – ein Schlüsselgebiet der späten Silurzeit
Olev Vinn
Die estnische Insel Saaremaa (ehemals Osel) (1) zahlt seit dem 19. Jahrhundert zu den klassischen Regionen der Palaontologie Europas1,2. Bereits fruhe Naturforscher und Geologen erkannten die ausergewohnliche Bedeutung der hier aufgeschlossenen silurischen Schichten und legten mit ihren Arbeiten den Grundstein fur die systematische Erforschung der baltischen Erdgeschichte. Innerhalb dieser Insel nimmt die Sorve-Halbinsel eine herausragende Stellung ein. Auf engem Raum konzentrieren sich hier mehrere stratigraphisch bedeutende Aufschlusse, die einen nahezu kontinuierlichen Einblick in die jungsten Abschnitte des Silurs – insbesondere in das Pridoli – ermoglichen. Diese Profile erlauben es, sowohl zeitliche Abfolgen als auch Veranderungen der Ablagerungsraume in bemerkenswerter Detailtiefe nachzuvollziehen und miteinander zu verknupfen.
Weitere Inhalte
- Helmut Tischlinger: Das „Solnhofenbuch“ des Georg Wolfgang Knorr von 1755
- Tiziana Baumgärtner, Kilian Sintic & Christian Klug: Der Ursprung der Ammonoideen: Vorfahren und frühe Formen aus dem Devon Marokkos
- Wouter Südkamp: Die weltweit größten Fressbaue im Hunsrückschiefer
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