FOSSILIEN 2/2004

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Schwerpunkte des Hefts
  • Hunsrückschiefer
  • Flugsaurier sind keine Gleitreptilien
  • Devon-Trilobiten
  • Strandfunde aus der Normandie
  • Alpine Obertrias
  • Räuberische Schnecken

Schnecken aus der Dientomochilus-Lage, Oberes Unter-Barton.

Schnecken aus der Dientomochilus-Lage, Oberes Unter-Barton.

Palle Gravesen:
Barton: Neues zur Stratigraphie

Der Verfasser hat bereits vor 5 Jahren (in FOSSILIEN 2/98 und 3/98) ausführlich die Stratigraphie des Barton dargestellt. Inzwischen liegen ihm neue Erkenntnisse vor, die eine Revision angebracht erscheinen lassen.
Nach wie vor grundsätzlich gültig ist Burtons Gliederung des Bartonium in Unter-, Mittel-, und Ober-Bartonium, wobei diese Abschnitte ihrerseits in Horizonte unterteilt werden. Burton (1933) stützte sich bei der Ausgliederung seiner „Horizons“ A bis L auf die fossile Fauna und die Gesteinszusammensetzung sowie auffallende Konkretionslagen als Leithorizonte. Das Nachvollziehen dieser Gliederung in der Praxis macht allerdings im wichtigen Profil im Naish Cliff Schwierigkeiten. Das liegt zum einen daran, dass Burton in seiner Abhandlung auf exakte Profilaufnahmen verzichtet hat.  Ein weiteres Problem ist, dass seine Beschreibungen nicht immer so präzise sind, wie man es sich wünschen möchte. Hinzu kommt, dass die Aufschlussbedingungen selten ideal sind. Ebenso darf man nicht vergessen, dass die heutigen Profile unmöglich identisch sein können mit denen zur Zeit Burtons. In den 70 Jahren seither hat die Erosion die Klifflinie deutlich weiter ins Landesinnere zurückverlegt. Selbst ortsansässige Sammler, die mit Burtons Arbeit bestens vertraut sind und sich im Naish Cliff sehr gut auskennen, haben oft größte Schwierigkeiten, die einzelnen Horizonte im Gelände eindeutig zu identifizieren. Eine revidierte Beschreibung, die diesem Übelstand abhilft, ist  überfällig. Sie wird in der Folge gegeben. Damit einher geht, gestützt auf neue Informationen, ein Vorschlag zu einer neuen Gliederung der Schichten vom Top der Lower Barton Beds bis an den Top der Middle Barton Beds.


Der Holotypus von Eudimorphodon ranzii, Schädellänge 9 cm.

Der Holotypus von Eudimorphodon ranzii, Schädellänge 9 cm.

Helmut Tischlinger:
Gleitreptiliien sind keine Flugechsen

In seinem Beitrag über Kupferschiefer-Funde in FOSSILIEN 6/03 (364-372) beschreibt Klaus Hochberger das Kupferschiefer-Fossil Coelurosauravus (Weigeltisaurus) als „Gleitflugechse“ und stellt einige Zeilen weiter fest, dass zwei Platten „mit einem kompletten Flugsaurier“ in Thüringen gefunden wurden. Bei manchem Leser könnte dadurch der Eindruck entstehen, als gäbe es nun (endlich!) permzeitliche Flugsaurier-Vorfahren. Das ist nicht der Fall, wie aus dem Beitrag ersichtlich ist!


Angebohrte Schnecken.

Angebohrte Schnecken.

Gero Moosleitner:
Naticidae: eine Familie räuberischer Spezialisten

Schnecken besiedeln die verschiedensten Lebensräume, vom Meer über das Süßwasser bis zum Festland, sie sind in allen Klimazonen vertreten und haben damit auch die verschiedensten Ernährungsgewohnheiten – als Pflanzenfresser und als Fleischfresser – entwickelt. Unter den räuberisch lebenden Meeresschnecken gibt es einige Spezialisten mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. So können Vertreter der Tonnenschnecken, Helmschnecken, Tritonshörner und Froschschnecken in die kalkige Schale ihrer Beutetiere (Seeigel, Schnecken und Muscheln) Löcher bohren. Wie, erklärt der Beitrag.

Weitere Inhalte
  • Wouter Südkamp: Haldenaufsammlungen im (Hunsrück-) Schiefer: Die Grube Schorfeld
  • Toni Bürgin, René Hantke & Urs Oberli: Schau- und Werkgeotop Risi: Ein Fenster in die Toggenburger Urzeit
  • Martin Basse: Neues über rechtsrheinische Devon-Trilobiten
  • Gerhard Hägele: Strandfunde aus dem Oberen Jura der Normandie
  • Heinz Falk: Die Zlambachschichten der alpinen Obertrias
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