FOSSILIEN 2/2005

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Schwerpunkte des Hefts
  • Zechsteinfossilien von der Halde
  • Ein Spurenfossil
  • Fossile Vogelnester
  • Seeigel aus Dänemark
  • Sonnenschwämme aus der Kreide

Coeloptychium agaricoides aus dem Untercampan, Durchmesser 9 cm.

Coeloptychium agaricoides aus dem Untercampan, Durchmesser 9 cm.

Udo Frerichs
Coeloptychien: Sonnenschwämme aus Nordwestdeutschlands Kreide

Kieselschwämme der Gattung Coeloptychium sind unter Fossilien-Sammlern sehr beliebt. Dabei sind die wunderschön erhaltenen und exzellent herauspräparierten pilzförmigen Schwämme aus der Münsterländer Kreide, die in den Büchern und Museen zu bestaunen sind, komplett mit Schirm, Stiel und Wurzel noch im Originalmeeresboden verankert, als Handstück das Ziel aller Sammlersehnsüchte. In der Realität sind allerdings die meisten Fundstücke nur fragmentarisch erhalten, was besonders für die Situation im Raum Hannover-Braunschweig gilt.  Die Präparation ist nichts für Anfänger: Coeloptychium heißt so viel wie „Hohlfalte“, und entsprechend fragil ist das ganze Gebilde! Die Bestimmung aber ist erst recht problematisch.


Verzweigtes Röhrensystem von Ophomorpha nodosa, größter Durchmesser der Röhren 6 cm.

Verzweigtes Röhrensystem von Ophomorpha nodosa, größter Durchmesser der Röhren 6 cm.

Ulrich Lieven:
Ophiomorpha im Miozän der Niederrheinischen Bucht

Hinter dem Namen Ophiomorpha verbirgt sich ein so genanntes Ichnofossil, das heißt die im Sediment erhaltene Spur, die ein Lebewesen zu Lebzeiten hinterlassen hat. Neben der genauen Beschreibung und der biologischen Einordnung dieses Fossils wird auf die Möglichkeit der Bergung solcher extrem empfindlicher Spuren eingegangen, die in Feinsanden überliefert sind. Ein Fundort liegt im Braunkohlentagebau Garzweiler der RWE Power AG und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Es wurden und werden jedoch auch in anderen Bereichen der Niederrheinischen Bucht diese Lebensspuren in tertiären Sedimenten gefunden.


Purpurschnecke Murex (Phyllonotus) trunculus Linnaeus.

Purpurschnecke Murex (Phyllonotus) trunculus Linnaeus.

Gero Moosleitner:
Steinkerne vom Muscheln und Schnecken

Der Erhaltungszustand von Fossilien kann – wie die Erfahrung lehrt – sehr unterschiedlich sein. Er hängt von den physikalisch-chemischen und biologisch-chemischen Veränderungen während der Einbettung und Fossildiagenese sowie vom Sedimentationsmaterial usw. ab. Neben Fossilien in Körpererhaltung oder molekularer Umsetzung finden wir sie als Steinkern, seltener als Skulptur- oder Prägesteinkern, oder auch nur als Abdruck vor. Zusätzlich können die Fossilien unvollständig erhalten, deformiert oder durch neuerliche Einbettung sekundär abgelagert sein. Liegen sie als Prägesteinkern vor, so zeigt auch dieser die Skulpturen der Fossiloberfläche und ist somit meist gut bestimmbar.

Weitere Inhalte
  • Jens Edelmann: Seeigel aus der „Dalbyover Kalkleje“ in Dänemark
  • Jens Lehmann: Vogelnest: Fossil oder Kunsthandwerk?
  • Hartmut Huhle: Die Halde der Hermannschächte bei Eisleben
  • Helmut Knoll: Sequoia-Zapfen aus der Oberkreide
  • Ulrich Linse: Sammler-Mentalitäten: Ein Toskana-Bericht
  • Fritz Lang: Knackgebiss aus dem Steinbruch
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