FOSSILIEN 3/2005

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Schwerpunkte des Hefts
  • Ölands Cephalopoden
  • Schnecken im Feuerstein
  • Wollnashorn mit Rippenbruch
  • Hunsrückschiefer
  • Jurapflanzen auf Bornholm
  • Neues aus Messel

Ein aus Knochen verschiedener Fundstellen zusammengestelltes rekonstruiertes Wollnashornskelett.

Ein aus Knochen verschiedener Fundstellen zusammengestelltes rekonstruiertes Wollnashornskelett.

Cajus Diedrich:
Tod im Schlammloch: Wollnashorn mit Rippenbruch

Manchmal lohnt es sich, alte Bestände in Museen zu durchstöbern, auch wenn man dabei hinterher schlimmer aussieht als nach einer Ausgrabung. Ein ordentliches Sammlungs-Management würde so manchen wichtigen Fund zum zweiten Male an das Tageslicht befördern. Im hier beschriebenen Fall wurde im Naturkundemuseum Bielefeld eine kleine Sensation nach 20 Jahren wieder entdeckt: das Teilskelett eines Wollnashorns* aus der letzten, der Weichsel-Kaltzeit. Nicht nur, dass dieses eines von nur zwei umfangreicheren Skeletten in Deutschland ist, es ist auch – einmalig für Deutschland – ein verletztes Tier mit einem teilverheilten Rippenbruch, der viele Spekulationen über Leben, Tod und Überlieferung eines Skeletts zulässt.


Falcilituites cf. decheni Remelé, größter Durchmesser 8,5 cm.

Falcilituites cf. decheni Remelé, größter Durchmesser 8,5 cm.

Axel Paulsen:
Entrollt bis gestreckt: Ölands Cephalopoden

Öland, Schwedens zweitgrößte Insel, ist verbunden mit dem Festland über eine Brücke bei Kalmar. Im Süden ist die Insel beherrscht durch das 40 km lange und 10 km breite store Alvaret, eine Kalksteinsteppe mit Felsplatten, Grasheide und Mooren. Mittelöland bedecken Laub- und Nadelwälder, und im Norden beherrschen karge Felsen die Landschaft an der Küste. Die Insel weist eine Fülle vorgeschichtlicher Denkmäler auf, meistens aus der älteren Eisenzeit.
Am schönsten von der Vegetation her ist Öland um die Mittsommerzeit. Dann blüht das Alvaret in großer Fülle. Auf diesem Alvaret, in der Nähe der umlaufenden Straße, gibt es eine Reihe kleiner Steinbrüche, die man wohl angelegt hat, um das Gebiet mit Steinmauern für das Vieh einzufrieden. Hier kann man sammeln.


Eine unbekannte Art von Acanthocrinus , Kelchhöhe 14 mm.

Eine unbekannte Art von Acanthocrinus, Kelchhöhe 14 mm.

Wouter Südkamp:
Haldenaufsammlungen im Hunsrückschiefer: Die Grube Karschheck

Nicht alle von den zahlreichen Schieferabraumhalden im Bundenbach-Gemündener Raum bieten Fossilien, da diese auf bestimmte Schichten beschränkt sind. Wo es sich lohnt, nach Hunsrückschieferfossilien zu suchen, erfährt man am ehesten aus der älteren Literatur. Fritz Kutscher  erwähnt beispielsweise aus der Grube Karschheck eine Menge zerfallener Crinoidenstiele und den Abdruck einer nicht ganz vollständigen Stielklappe des Brachiopoden (Brachy)Spirifer explanatus. Ein weiterer Anstoß, mich mit dieser Grube zu beschäftigen, kam durch eine geologische Exkursion 1997, auf der ein Teilnehmer eine Seelilienkrone fand. Ich musste mich also intensiver dieser Halde zuwenden. Und tatsächlich, nach langer Suche habe ich die im Folgenden beschriebenen Fossilien, worunter sogar komplette Exemplare waren, gefunden. Außerdem erwies sich ihre Vielfalt viel größer als vermutet, und einige Arten sind sogar neu für den Hunsrückschiefer.

Weitere Inhalte
  • Volker Ebbighausen, Christian Klug & Dieter Korn: Karbonische Ammonoideen aus Marokko
  • Fritz J. Krüger: Rarissima: Schnecken im Feuerstein
  • Hartwig K. Neuwald: Jurapflanzen sammeln auf Bornholm
  • Norbert Micklich: Neue Messelfunde im Hessischen Landesmuseum Darmstadt
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