FOSSILIEN 6/2004

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Schwerpunkte des Hefts
  • Sammeltipp Calvados
  • Fossilien der Vogesen
  • Neue Hunsrückfunde
  • Paläontologe als Detektiv
  • Neue Erkenntnisse zur Evolution

Der Fisch Dipteronotus, Länge 35 mm.

Der Fisch Dipteronotus, Länge 35 mm.

Jean-Claude Gall:
Der Buntsandstein der Vogesen

Geologen und Paläontologen sind auch Historiker, Geschichts-wissenschaftler, weil sie sich mit der Geschichte der Erde und der Geschichte des Lebens auf ihr beschäftigen. Um die Vergangenheit wieder lebendig zu machen, benötigt man Urkunden, Archive. Die Archive der Erdgeschichte stecken im Stein, sind die Gesteine selbst und die Fossilien. Die Auswertung dieser Archive führt zur Rekonstruktion der Landschaften und der Lebewesen, die im Laufe der Zeit das Aussehen der Erdoberfläche bestimmt haben .Die Lebensgemeinschaften und die Lebensräume im Muschelkalk-meer zur Zeit der Mittleren Trias, vor 230 Mio. Jahren, sind uns heute gut bekannt. Doch was in der Unteren Trias, zur Zeit des Buntsandsteins, geschah, ist weniger erforscht, weil es an Urkunden mangelt. Viele Fragen sind bisher nur unzureichend beantwortet: Wie sah Europa zur Zeit der Unteren Trias, d.h. vor dem Eindringen des Muschelkalkmeeres vor ca. 240 Mio. Jahren, aus? Welche Lebewesen besiedelten diese Buntsandstein-Landschaften? Zu diesen Fragen liefert der Buntsandstein der Nordvogesen einige beeindruckende Antworten.


Lobenlinie eines Ceratiten mit leicht verengter Basis der Sättel.

Lobenlinie eines Ceratiten mit leicht verengter Basis der Sättel.

Jens Lehmann:
Ein Paläontologe als Detektiv

Des Öfteren findet man in Steinbrüchen kleine Schutthügel mit exotischen Fossilien: Sammler entsorgen Muschelkalk-Seelilien in einem Oberkreidesteinbruch oder Devonkorallen in der Sandgrube. Meist sind solche Funde leicht zu erkennen, und es steckt kein böser Wille hinter diesen paläontologischen Umweltverschmutzungen. Das im Beitrag zeigt am Beispiel des Ammoniten Libycoceras ismaelis von Helgoland, wie dadurch aber im Extremfall leicht falsche Fährten für die paläontologische Forschung gelegt werden können und wie groß die Mühe sein kann, diese dann zurückzuverfolgen.


In Namibia sind Stromatolithen zu hoch aufragenden Mauern emporgewachsen.

In Namibia sind Stromatolithen zu hoch aufragenden Mauern emporgewachsen.

Max Wippich:
Explosion im Kambrium: Neue Erkenntnisse zur Evolution

Noch vor zwei Jahrzehnten rätselten die Paläontologen, wie im frühen Kambrium die modernen Tierstämme offenbar plötzlich und dazu noch zusammen mit völlig fremdartig anmutenden Kreaturen im Fossilbericht erscheinen konnten. Als „kambrische Explosion“ bezeichneten sie dieses Phänomen und formulierten Erklärungsansätze, die unser Verständnis von der Evolution der Lebewesen auf den Kopf zu stellen schienen. Heute wissen wir, dass dieses Ereignis eine Vorgeschichte hat, die sogar noch viel weiter in die Frühzeit der Erde zurückreichen dürfte als wir derzeit mit Fossilien belegen können. Dennoch – oder gerade deswegen – bleibt die Frage nach dem Ursprung der mehrzelligen Tiere eine der spannendsten der paläontologischen Wissenschaft, zu der dieser Beitrag neue Erkenntnisse liefert.

Weitere Inhalte
  • Andreas E. Richter: Richters Sammeltipp: Feuguerolles-s-Orne: Ein berühmter Steinbruch im Calvados
  • Günter Schweigert & Rolf B. Hauff: Die „Hakenträgerin“: Ein Riesenhummer aus dem Unter-Jura
  • Markus Poschmann: Neue Funde aus dem Devon des Hunsrücks
  • Heinz Falk: Paläontologie im Naturhistorischen Museum Wien
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