FOSSILIEN-Sonderheft 2013

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Der Braunjura am Fuß der Schwäbischen Alb


Exemplar eines Leioceras aus dem oberen Opalinuston vom Aichelberg.

Exemplar eines Leioceras aus dem oberen Opalinuston vom Aichelberg.

Gerd Dietl:
Der Braune Jura α

Nur die obersten 15 Meter des etwa insgesamt 120 Meter mächtigen Opalinustons waren am Aichelberg im Bereich des Turmbergs und der Grünbrücke aufgeschlossen. Unterhalb hat die Trasse die Schlotfüllung eines miozänzeitlichen Vulkans angeschnitten, in der Trümmer des durchgeschlagenen Gebirges kunterbunt eingelagert sind. Riesige Einschnitte in die Landschaft machten es hier möglich, einzelne Schichten genauer zu untersuchen und entsprechende Fossilien aufzusammeln. Im nahe gelegenen Teufelsloch ist zwar ebenfalls der Opalinuston aufgeschlossen – und Typusregion für die Teufelsloch-Subformation, allerdings nur in kleinen Bachanrissen und daher ohne die Möglichkeit, ein lückenloses Profil aufnehmen zu können.


Mikroconcher Partner von Staufenia staufensis.

Gerd Dietl:
Der Braune Jura β

Wie schon im vorigen Kapitel erwähnt, setzt die Eisensandstein-Formation am Aichelberg mit mehreren, insgesamt etwa 1 Meter mächtigen, feinsandigen Knollenlagen ein, die nur im oberen Abschnitt den leitenden Ammoniten Leioceras comptum enthalten, wenn auch nicht in besonders guter Erhaltung. Diese sogenannten Comptumbänke bilden nach dem Vorschlag der Deutschen Jura-Subkommission heute die Basis der Eisensandstein-Formation und damit auch diejenige des Braunen Jura β. Quenstedt hat nämlich im Bereich des Übergangs vom Braunen Jura α zum Braunen Jura β nur von einer „Gränzregion“ berichtet, da es ihm wohl auch schon damals schwerfiel, eine feste Grenze zu ziehen. Eine Comptumbank oder -bänke hatte er damals noch nicht erkannt. Nach Quenstedt setzte der Braune Jura β über den Wasserfallschichten ein. Andere Bearbeiter ließen den Braunen Jura β mit einer „Belemniten-Breccie“ beginnen, die aber ebenfalls nicht überall ausgebildet ist.


Doppelklappig erhaltenes Exemplar der Muschel Alaperna.

Doppelklappig erhaltenes Exemplar der Muschel Alaperna.

Gerd Dietl:
Der Braune Jura γ

Die Wedelsandstein-Formation beginnt definitionsgemäß im gesamten Bereich des Schwäbischen Juras mit dem Sowerbyioolith. In Mittelwürttemberg ist der Sowerbyioolith oft mit der Concavabank innig verwachsen, unterscheidet sich aber von dieser durch eine schwache Eisenooidführung und zwar hauptsächlich durch das Auftreten von Brauneisenonkoiden. Beide Schichten zusammen weisen in diesem Gebiet eine ungefähre Mächtigkeit von etwas über 1 Meter auf. In der Autobahnbaustelle war der gesamte untere Abschnitt des Braunen Jura γ nur lückenhaft im Bereich des Maustobel-Viadukts aufgeschlossen und lieferte bis auf ein unbestimmbares Ammonitenfragment keine Fossilien. Deshalb wurde hier zur Ergänzung eine kleine Aufsammlung von Ammoniten durch Günter Schweigert (Stuttgart) aus dem nahe gelegenen Gebiet von Neidlingen herangezogen, das sich kaum von den Verhältnissen im Bereich des Aichelberg-Aufstiegs unterscheiden dürfte.

Weitere Inhalte
  • Gerd Dietl: Der Braunjura am Fuß der Schwäbischen Alb
  • Gerd Dietl: Der Braune Jura δ
  • Gerd Dietl: Der Braune Jura ε
  • Gerd Dietl: Der Braune Jura ober-ε und ζ
  • Günter Schweigert: Nicht nur Ammoniten … Die Fauna des schwäbischen Braunjuras
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