FOSSILIEN-Sonderheft 2014

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Bernstein
Fossile Harze aus aller Welt


Blauer Dominikanischer Bernstein.

Bernsteinfarben

Bernstein gibt es in den unterschiedlichsten Farbtönen. Gelb und Braun sind aber die charakteristischsten Farben, insbesondere bei den Bernsteinen des Ost- und Nordseeraumes. Manche Farben, vor allem Mischfarben, entstehen durch Einlagerung von mehr oder weniger zahlreichen Bläschen, von dunklen Holz- oder anderen pflanzlichen Resten, von Pyrit und Quarz. Es treten dann „Grautöne“ auf.
Beeinflusst wird die Farbe auch durch die Verwitterung; dabei entstehen schwarze bis braune Farbtöne. Auch Fluoreszenz ruft bestimmte Färbungen hervor (bunte Anlauffarben). Ebenso kann Erwärmung, z.B. längere Sonneneinstrahlung oder Erhitzen durch Lampenlicht, zum Teil zur Entfärbung oder Bräunung führen. Im Einzelnen lassen sich zu den verschiedenen Farbnuancen folgende Aussagen machen.


Bernsteinklumpen.

Naturformen fossiler Harze

Jedes natürliche Bernsteinstück, unverwittert und ohne Abrollungsspuren, hat eine bestimmte, nicht zufällige morphologische Form. Die Naturformen der Bernsteinstücke können so vielfältig sein wie die natürlichen Hohlräume in den Baumstämmen. Eine detaillierte, sehr genaue Beschreibung dieser Formen erfolgte besonders durch die russischen und litauischen Bernsteinforscher Sawkiewicz (1970) in St. Petersburg und Katinas (1971, 1983) in Wilna.
Die Vielfalt der natürlichen Formen der Harzstücke, ihre Struktur und ihr Oberflächencharakter, einschließlich der Harzart oder -variante, ermöglichen eine präzise Bestimmung der Harzkonzentration im Baumstamm oder an seiner Oberfläche. Darüber hinaus lässt sich aus den Formen des Bernsteins eine genetische Klassifikation der fossilen Harzformen ableiten. Danach unterscheidet man erstens äußere Tropfenformen und zweitens innere Stammformen, das heißt Formen, die durch Anreicherung von Harz innerhalb der Baumstämme, dem Kernholz und der Rinde entstanden sind.


Vertreter der Silberfischchenartigen.

Pflanzliche und tierische Organismen im Bernstein

Alle in Bernstein eingeschlossenen pflanzlichen und tierischen Lebewesen werden Inklusen (lat. includere = einschließen) genannt. Es sind die „Gläsernen Särge“ oder die „Fossilfallen“ der Erdgeschichte, in denen Pflanzen und Tiere vergangener Zeiten eingebettet und besonders gut und vollständig erhalten geblieben sind. Für die Liebhaber des Bernsteins besitzen die Einschlüsse größten ästhetischen Wert und für die Wissenschaft stellen sie ein ergiebiges und wertvolles Forschungsmaterial dar, das Aufschluss über fossile Umwelten gibt. Die große Anzahl der Inklusen erlaubt es, den Lebensraum, die Bernstein liefernden Wälder, zu rekonstruieren; sie verschaffen Einblick in die Fauna und Flora der subtropisch-tropischen und gemäßigt-warmen Zonen der geologischen Vorzeit.

Weitere Inhalte
  • Spuren des Bernsteins in der Geschichte
  • Bernsteinnamen
  • Bernsteinarten bzw. -varianten
  • Eigenschaften des Bernsteins
  • Bernstein im weiteren Sinne – Akzessorische Harze
  • Geologisches Alter und geografische Verbreitung fossiler Harze
  • Bernsteinlagerstätten der Erde (Auswahl)
  • Bernsteingewinnung in Mitteleuropa
  • Bernstein in der Kunst
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